
Darmreinigung bei Hunden – Sie tut der Darmflora gut, aber wie funktioniert sie?
Der Magen-Darm-Trakt des Hundes ist ein sehr vielfältiges, aber auch empfindliches Organ. Eine Darmsanierung bei Hunden kann dazu beitragen, die Darmflora wieder aufzubauen und die Verdauung deines pelzigen Freundes langfristig zu verbessern.
Von Zeit zu Zeit ist es notwendig, die Darmflora deines Hundes aufzubauen. Zum Beispiel in den folgenden Situationen:
- Nach einer Antibiotikabehandlung
- Nach einer Giardieninfektion
- Bei Immunschwäche und Allergien
- Nach Operationen im Magen-Darm-Trakt
In diesem Leitfaden erfährst du, wann eine Darmsanierung sinnvoll ist, wie du die Darmflora deines Hundes am besten wieder aufbaust und worauf du achten solltest.
Wann ist eine Darmsanierung sinnvoll?
Ziel einer Darmsanierung ist die Wiederherstellung und Verbesserung der Darmflora. Dies soll auch die Verdauung langfristig unterstützen und das Wohlbefinden deines pelzigen Freundes verbessern. Die folgenden Situationen sprechen für eine Darmsanierung bei deinem Hund:
Nach der Verabreichung von Antibiotika
Wenn dein Hund nach einer Krankheit oder Verletzung Antibiotika erhalten hat, solltest du eine Darmreinigung durchführen und die Darmflora wieder aufbauen.
Ein Antibiotikum hat ein breites Wirkungsspektrum und tötet leider neben den schlechten Bakterien auch die guten Bakterien (im Darm) ab. Dies schädigt die Darmflora und bringt den Darm aus dem Gleichgewicht.
Nach der Entwurmung oder Giardieninfektion
Obwohl Entwurmungsbehandlungen bei Wurmbefall notwendig sind, wirken sie sich auf den Magen-Darm-Trakt aus. Medizinische Entwurmungskuren sollen Würmer und andere Parasiten abtöten. Leider wirkt sich dies auch negativ auf den Darm deines Hundes aus.
Regelmäßige Entwurmung kann die Darmflora schädigen und somit die Darmgesundheit negativ beeinflussen. Tierärzte empfehlen heute oft, nur im Falle eines Befalls zu entwurmen und nicht mehr präventiv (z.B. alle 3 Monate).
Bei Magen-Darm-Erkrankungen & Allergien
Wenn dein Hund krank wird, arbeitet sein Körper hart, um die Krankheit zu bekämpfen. Daher benötigt sein Körper Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente, um die Viren und Bakterien zu bekämpfen.
Das Immunsystem und somit auch der Darm können unter der Krankheit leiden. Es ist sehr sinnvoll, den Darm nach überstandener Krankheit wieder aufzubauen. Dies hilft nicht nur dem Verdauungstrakt, sondern vor allem der allgemeinen Gesundheit deines pelzigen Freundes.
Weitere Gründe für eine Darmreinigung
- Reduzierte Abwehrkräfte
- Nach Operationen am Magen-Darm-Trakt
- Chronischer Durchfall und/oder Erbrechen
- Bei starkem Stress, wie z.B. einem Umzug oder einer langen Reise
Eine gestörte Darmflora kann auch dazu führen, dass dein Hund Kot frisst. Dies kann ein Hinweis auf ein Darmproblem sein. Wenn du dieses Verhalten bemerkst, solltest du am besten deinen Tierarzt kontaktieren.
Wie man die Darmflora am besten wieder aufbaut, wenn der Hund ein geschwächtes Immunsystem hat
1. Futter- und Ernährungsänderungen
Die Ernährung deines Hundes ist oft die Ursache für das Ungleichgewicht in seinem Darm. In diesem Fall solltest du das gekaufte Futter genau unter die Lupe nehmen:
- Enthält es zum Beispiel unnötige Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel oder Aromen?
- Enthält das Produkt Fleisch (oder Proteine) aus verschiedenen Quellen?
- Hat es einen hohen Fettgehalt?
- Welche Kohlenhydratquellen sind enthalten (Reis, Kartoffeln, ...)?
Dies sind einige Beispiele. Am besten fragst du einen spezialisierten Tierarzt oder andere Experten um Rat. Die Futterumstellung sollte "vorsichtig" über mehrere Wochen erfolgen, um das Verdauungssystem an die neue Nahrung zu gewöhnen und den Darm nicht unnötig zu belasten.
Auch Hundesnacks wirken sich auf die Gesundheit deines Hundes aus. Möchtest du wissen, welche Snacks am besten für deinen Hund sind? Erfahre mehr darüber, wie du mit unseren praktischen Tipps leckere und gesunde Snacks auswählst.
2. Darmreinigung
Eine Darmreinigung ist in vielen Fällen sinnvoll, zum Beispiel nach einer infektiösen Magen-Darm-Erkrankung. Dies reinigt und entgiftet die Schleimhäute des Darms und sorgt dafür, dass sich die Verdauung deines Hundes erholen kann.
Hier wird oft eine Kombination aus Zeolith und Flohsamenschalen verwendet. Zeolith ist ein Mineral und bindet Giftstoffe. Flohsamen bestehen fast ausschließlich aus Ballaststoffen und können mit Wasser zu einer schleimigen Masse vermischt werden.
Achtung!
Da Zeolith die Bestandteile von Medikamenten binden kann, sollte es mindestens eine Stunde nach der Einnahme der Medikamente verabreicht werden!
Da diese beiden Produkte bei zu geringer Wasserzufuhr Verstopfung bei Hunden verursachen können, ist es besser, die Tagesdosis auf zwei Mahlzeiten aufzuteilen. Achte darauf, dass dein Hund ausreichend Wasser zur Verfügung hat.
3. (Wieder-)Aufbau der Darmflora
Als Nahrungsergänzungsmittel zum Aufbau der Darmflora eignen sich sogenannte Prä- und Probiotika.
Beispiele hierfür sind Sauerkraut und Joghurt, da diese eine große Menge nützlicher Bakterienkulturen enthalten.
Pulverförmige Präparate sind in Fachgeschäften oder bestimmten Online-Shops erhältlich und können einfach dem Futter deines Hundes zugesetzt werden. Du kannst auch einen Teelöffel zuckerfreien Naturjoghurt unter das Hundefutter mischen.
Erfahre mehr über die Vorteile von Präbiotika hier.
Fuel Pet Supplements gehen hier noch einen Schritt weiter: Sie sind die einzigen in Europa, die Epicor® Postbiotika enthalten. Dieses wurde speziell entwickelt, um die Verdauung zu verbessern, die Darmflora zu unterstützen und das Immunsystem zu erhalten. Epicor® Postbiotika ist wissenschaftlich getestet und erwiesen wirksam. Hundehalter, die Fuel Pet Supplements verwenden, sehen bei täglicher Anwendung nach 60 Tagen eine merkliche Verbesserung der Beweglichkeit und Immunität ihres Hundes.
Nützliche Hausmittel zum Aufbau der Darmflora

Natürliche Antibiotika
Einigen pflanzlichen Stoffen wird nachgesagt, dass sie schädliche Bakterien binden oder abtöten. Beispiele hierfür sind Curcumin, Oregano oder Thymian. Beachte jedoch, dass dein Hund bei einer Überdosierung dieser Stoffe Erbrechen oder Durchfall bekommen kann.
Wenn du deinem Hund ein natürliches Antibiotikum geben möchtest, solltest du ihm am besten ein Präparat geben, das speziell für Hunde zusammengestellt wurde.
Bierhefe
Bierhefe enthält viel Vitamin B, was für die Verdauung deines Hundes sehr wichtig ist. Sie besteht auch zu einem großen Teil aus Ballaststoffen, was die Motorik des Darms fördert. Sie ist in Pulverform oder als Kapseln erhältlich.
Mehr über die Wirkungen und Vorteile erfährst du in unserem Leitfaden über Bierhefe für Hunde.
Aloe Vera
Die heilenden Eigenschaften der Aloe Vera sind allgemein anerkannt. Sie wirkt entzündungshemmend, entsäuernd und antibakteriell. Sie ist daher eine ideale Möglichkeit, die Verdauung deines Hundes auf natürliche Weise zu unterstützen.
Verschiedene Kräuter
Wie erwähnt, wirken Oregano und Thymian antibakteriell. Auch Pfefferminze oder Kümmel sollen positive Auswirkungen auf den Darm deines Hundes haben. Ein weiterer guter Bestandteil für eine gesunde Verdauung ist Brennnessel.
Es kann auch vorkommen, dass dein Hund "einfach" Gras frisst. Das Fressen von Gras solltest du jedoch genau beobachten. Alles, was du darüber wissen musst, findest du in unserem Leitfaden "Hund frisst Gras".
Am besten fügst du diese Zutaten in Form von Snacks oder Nahrungsergänzungsmitteln in die Ernährung deines Hundes ein. Wir haben spezielle Nahrungsergänzungsmittel für Magen und Darm entwickelt, wie unser FUEL Immune Support.
Öle
Leinsamen- oder Kokosöl wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Sie sorgen auch für ein schönes Fell und eine gesunde Haut deines Hundes. Achte hier jedoch auf die Dosierung, da dein Hund sonst an Steatorrhoe, also fettigem Stuhl, leiden kann.
Je nach Größe deines Haustieres sollte die Tagesdosis nicht mehr als einen Teelöffel betragen.
Blättermagen
Der Blättermagen ist einer der drei Vormägen von Wiederkäuern. Er enthält viele Vitamine, Aminosäuren und Magensaft. Er ist auch reich an Proteinen und sehr fettarm.
Er ist daher auch für Welpen in kleinen Mengen geeignet. Du kannst ihn online und in Fachgeschäften kaufen.
Achte hier auf die nachhaltige Herkunft, da dieses Produkt nur bedingt verarbeitet verkauft wird.
Dadurch verströmt Blättermagen auch einen intensiven Geruch, den einige Hundehalter als unangenehm empfinden können. Am besten bewahrst du ihn daher in einem gut verschlossenen Behälter auf.
Das Mikrobiom als Teil der Darmflora
Du hast vielleicht schon einmal den Fachbegriff "Mikrobiom" gehört. Er beschreibt eine Gruppe von Mikroorganismen, die sich unter anderem auf der Haut und in den Schleimhäuten befinden. Praktisch gesehen bilden sie die Darmflora.
In Bezug auf die Darmflora wird dies als "Darmmikrobiom" bezeichnet.
Das Mikrobiom ist unglaublich wichtig für uns Menschen und Tiere. Es sorgt dafür, dass wir gut und gesund leben können. Besonders im Darm sorgen Mikroorganismen für eine gesunde und ausgeglichene Darmflora und können sogar Krankheitserreger bekämpfen. Sie spielen also eine wichtige Rolle für die Gesundheit von Mensch und Tier.
Mit einer ausgewogenen und nährstoffreichen Ernährung unterstützt du die Darmflora, einschließlich der Mikroorganismen.
Fazit
Der Darm deines Hundes kann durch viele Einflüsse gestört werden. Er ist unglaublich wichtig für das Wohlbefinden deines Hundes und hat einen großen Einfluss auf den Rest des Körpers.
Es ist wichtig, ihn nach einer Krankheit oder längerer Medikamenteneinnahme zu unterstützen. Dies wird Darmsanierung oder Darmfloraaufbau genannt (die beiden sind eigentlich nicht ganz dasselbe).
Du solltest die Darmflora zum Beispiel nach einer Impfung oder nach einer Giardieninfektion und anschließender Antibiotikabehandlung aufbauen. Unter anderem mit Prä- und Probiotika und, falls nötig, Nahrungsergänzungsmitteln.
Quellen:
- The gastrointestinal microbiome: An overview. Barko PC et al. J Vet Intern Med 2018;32:9-25 Online veröffentlicht 2017 Nov 24. doi: 10.1111/jvim.14875
- Effects of dietary protein-to-carbohydrate ratio on gut microbiomes in dogs with different body conditions. Li Q et al. 2017. mBio 8:e01703-16. Online veröffentlicht 2017 Jan 24. doi: 10.1128/mBio.01703-16
- The response of the faecal microbiota of dogs to an increased
dietary protein content is influenced by body condition.
Jia Xu et al. 2017 Dez 4.



